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Digitale Demenz

Ohne Computer geht heutzutage gar nichts. Eine besorgniserregende Entwicklung, meinen manche Menschen. Ein neues Buch gießt Öl ins Feuer.

Mit „Digitaler Demenz“ hat der deutsche Psychiater Manfred Spitzer ein Schlagwort gefunden, das gute Chancen darauf hat, in zukünftigen Debatten über die Segen und Übel unseres von digitalen Medien dominierten Zeitalters noch häufiger genannt zu werden. Stein des Anstoßes, so Spitzer, sind immer häufiger werdende Besuche von verzweifelten Eltern, die besorgt um die geistige Verfassung ihrer Kinder in seiner Praxis vorstellig werden.

  • Den Begriff Digitale Demenz gibt es schon länger, er wurde nun vom deutschen Psychiater Manfred Spitzer aufgegriffen.
  • Grundgedanke: Durch den Verlass auf Computer & Co vernachlässigen wir unser Hirn.
  • Ausufernder Konsum digitaler Medien ist durchaus ein Risiko für Kinder!
  • Ein sicheres soziales Umfeld wirkt negativen Auswirkungen entgegen.

 

Dumm geklickt?

„Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen“ lautet der Untertitel von Spitzers Werk. Die Wurzel allen Übels ist für den Autor der Computer und seine diversen digitalen Sprösslinge. Aber was ist so schlimm an ihnen? Und was ist das nun überhaupt, diese „Digitale Demenz“?

Auf den Punkt gebracht könnte man sagen: Wir verblöden, weil wir unser Gehirn nicht mehr anstrengen, so die zentrale These. Anstatt uns im Urlaub in einer fremden Stadt zehnmal zu verfahren, landen wir dank Navigationsgerät punktgenau schon beim ersten Anlauf vor dem gesuchten Hotel. Bilanz: Eine Stunde Zeitersparnis, aber auch jede Menge untätige Gehirnzellen, da unsere räumliche Orientierung nicht auf die Probe gestellt wurde. Und hier liegt auch ein wesentlicher Haken der Argumentation des Autors: Trotz teilweise berechtigter Gesellschaftskritik bleiben seine Warnungen ein wenig weltfremd. Denn Tatsache ist: Der Computer ist aus unserer heutigen Gesellschaft nicht mehr wegzudenken, und wenn im Falle einer Wissenslücke Google bemüht wird, anstatt erst den Gang in die Bibliothek anzutreten um einen Brockhaus aufzustöbern, dann hat man es eher verabsäumt seine Füße zu strapazieren als sein Gehirn. Die Informationsaufnahme bleibt dieselbe.

Im Wesentlichen stützt sich Spitzer mit seinen Ausführungen über die digitale Demenz durchaus auf handfeste wissenschaftliche Erkenntnisse - verabsäumt dabei aber Gegendarstellungen. So beschwört er wie viele andere Autoren die Schrecken von Videospielen, die je nach Machart auch gerne als „Killerspiele“ gebrandmarkt werden und führt die erwiesene Abstumpfung gegenüber Gewaltdarstellungen als Beweis für seine Thesen ins Feld. Über gegenläufige wissenschaftliche Erkenntnisse bezüglich diverser positiver Wirkungen (z.B. die Reaktionsfähigkeit oder Hand-Augen-Koordination betreffend), die dem Verständnis der digitalen Demenz eigentlich entgegenstehen, wird kein Wort verloren.

Alles nur Show?

Ist der Computer also nun doch Segen und kein Fluch? Nützt der Autor bloß die Ängste einer ganzen Generation von Eltern, um sich zu bereichern? Falls dem so wäre, scheint der Plan aufzugehen, wenn man die Verkaufszahlen des Buches betrachtet. Doch die Wahrheit ist, dass Spitzer’s Thesen nicht unbegründet sind, und auch der Begriff der digitalen Demenz existierte schon, ehe der Autor den Bleistift (oder ironischer Weise wohl eher die Tastatur) in die Hand genommen hatte. Problematisch ist weniger das Medium Computer, sondern unser häufig unreflektierter Umgang damit - umso mehr, wenn er schon kleinen Kindern den Erfahrungsaustausch mit den Eltern oder neue Erlebnisse in echten Umgebungen (statt virtuellen Welten) ersetzen soll.

Wer Suchmaschinen im Internet als Ersatz für eigene Denkprozesse benutzt, der darf sich nicht wundern, wenn seine grauen Zellen mit der Zeit träge werden. Umgekehrt bietet das WWW aber auch einen riesigen Wissensschatz, der in westlichen Gesellschaften beinahe allen Menschen zugänglich ist - die Gelehrten vergangener Tage hätten sich mit Feuereifer darauf gestürzt. Die Qualität von Wissen steigt nicht, wenn es schwerer erworben wurde, vielmehr ist die so gewonnene Zeit ein Geschenk, das man für andere Dinge aufwenden kann. Das darf ruhig auch mal ein Computerspiel sein - sofern es bei Kindern dem Alter angemessen ist und die Eltern darauf achten, dass aus Spaß nicht Sucht wird.

Schlüssel dafür ist nicht ein Entzug des Mediums, sondern sozialer Rückhalt und Kommunikation, auch dafür gibt es vielfachen wissenschaftlichen Beleg. 

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