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Koedukation

Der Weg zur Gleichstellung der Geschlechter?

Die Koedukation wurde nicht zuletzt eingeführt, um den Geschlechtern gleiche Chancen am Arbeitsmarkt zu sichern. In der Praxis hat sich allerdings wenig geändert. Nach wie vor werden die Höheren Technischen Lehranstalten großteils von Buben besucht, während die Modeschulen und Lehranstalten für Kindergartenpädagogik noch immer eine Mädchendomäne darstellen.

Mädchen entscheiden sich nach wie vor zu einem überwiegenden Teil für die typischen Frauenberufe, die meist schlechter bezahlt sind. Bei der Besetzung von Führungspositionen spielen Frauen eine untergeordnete Rolle.

Kritiker führen dies unter anderem darauf zurück, dass im Koedukations-Modell, das an unseren Schulen gängig ist, das Thema Geschlecht in seiner sozialen und gesellschaftlichen Bedeutung weitgehend ausgeklammert würde. Man versuche, den Unterricht möglichst geschlechtsneutral zu gestalten. Da es aber nun einmal so ist, dass sich Mädchen und Buben in ihrer Sozialisation, ihrem Verhalten und auch in ihren Bedürfnissen unterscheiden, wäre es ein Fehler, das soziale Geschlecht im Unterricht generell auszuklammern und alle über einen Kamm zu scheren. So würden sowohl Mädchen als auch Buben benachteiligt.

Untersuchungen zur Praxis im Klassenzimmer zeigen, dass Mädchen generell weniger Aufmerksamkeit als Buben erhalten. Sie haben zwar die besseren Noten und müssen seltener Klassen wiederholen, bei Buben werden allerdings schulische Leistungen höher anerkannt. Dennoch oder vielleicht gerade deswegen erzielen die Buben in koedukativen Klassen schlechtere Ergebnisse als in reinen Bubenklassen.

Mädchen zeigen eine höhere soziale Kompetenz als Buben. Sie fügen sich besser in das Klassengefüge ein. Den Ton geben allerdings die Buben an, und erhalten dafür auch zwei Drittel der Aufmerksamkeit der LehrerInnen. Dennoch verhalten sie sich deutlich auff älliger, unruhiger und aggressiver als die Mädchen. Was laut Untersuchungen wiederum viele LehrerInnen unbewusst dazu bewege, ihren Unterricht auf die Buben auszurichten.

Stellt sich die Frage, ob ein nach Geschlechtern getrennter Unterricht die Lösung für diese Misere darstellt. Vorteil ist, dass Mädchen und Buben nicht in Konkurrenz zueinander stehen und daher einen unbelasteten Zugang auch zu jenen Inhalten erleben können, die vor allem einem Geschlecht zugeschrieben werden: zum Beispiel Mädchen zu Technik und Naturwissenschaften.

Auch geschlechterspezifische Fragen können leichter in den Unterricht einfl ießen, die Interessen und Neigungen des jeweiligen Geschlechts finden eher Berücksichtigung. Der getrennte Unterricht hat allerdings auch den Nachteil, dass alleine durch die Trennung von Mädchen und Jungen noch keine Rollenbilder geändert werden. Auch ein selbstverständlicher Umgang zwischen den Geschlechtern kann bei getrenntem Unterricht schwieriger erlernt und gelebt werden.

Fragt man die SchülerInnen, was sie wollen, so wird der gemeinsame Unterricht zwar nicht ohne Kritik aber doch von den meisten befürwortet. Lösung könnte die „Bewusste Koedukation“ sein, die bereits im Jahr 2000 in die didaktischen Grundsätze der Lehrpläne aufgenommen worden ist. Schülerinnen und Schüler sollen nicht nur einfach gleichzeitig in einer Klasse unterrichtet werden, sondern die LehrerInnen sollen ihren Unterricht so gestalten, dass er sowohl die geschlechterspezifischen Bedürfnisse der Mädchen als auch jene der Buben berücksichtigt.

Um diesen Grundsatz allerdings im Klassenzimmer in die Tat umsetzen zu können, bedarf es noch einiger schulpolitischer Maßnahmen, die es ermöglichen, dass Mädchen und Buben nicht grundsätzlich getrennt unterrichtet, aber dennoch nach ihren Bedürfnissen gefördert werden können. 

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