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    14 Jahre, bald die Schulpflicht vollendet? Wie soll es weitergehen? Tipps zur Ausbildungs- und Berufsorientierung, Lerntipps,
    Gesundheitstipps für Jugendliche, Erziehungsfragen

Mehr Bewegung –

und weniger Fernsehen!

Was für viele Eltern eine regelmäßig ausgesprochene Forderung an ihre Sprösslinge ist, wird nun auch offiziell von der Ärztekammer unterstützt. Um den Missständen beizukommen wird eine Gesundheitsoffensive gefordert.

Übergewicht, zu wenig Bewegung, Nikotin- und Alkoholkonsum, schlechte Ernährung. Was für viele wie die Predigt des eigenen Hausarztes nach der letzten Untersuchung klingen mag, ist in diesem Fall der Grund für die 2011 durch den Präsidenten der Österreichischen Ärztekammer Walter Dorner ins Leben gerufene Gesundheitsoffensive. Und die säumigen Patienten sind dabei die österreichischen Kinder.

Steigende Belastung für das Gesundheitssystem

Tatsächlich zeichnet Dorner ein düsteres Bild vom Gesundheitszustand der heutigen Jugend: nach Expertenrechnungen werden im Jahr 2030 dadurch Mehrkosten von 1,6 Milliarden Euro entstehen, ein Betrag, der sich bis 2050 auf 3,7 Milliarden Euro erhöht haben wird. Um die Missstände zu beseitigen, müssen vor allem die Schulen in die Pflicht genommen werden, so Dorner: mehr Schulsport ist ein Muss, denn regelmäßige Bewegung hat enorm positive Auswirkungen. Das Immunsystem wird gestärkt, Blutdruck und Herzfrequenz pendeln sich auf normalem Level ein, und das Risiko, an Diabetes zu erkranken, wird gesenkt. Untersuchungen zeigen, dass im deutschsprachigen Raum bereits etwa jedes sechste Kind übergewichtig ist. Besonders gefährdet sind Kinder aus sozial schwächeren Milieus.

„Sitz nicht immer nur vor dem Fernseher!“

Volksschüler, die einen eigenen Fernseher haben, sind meist dicker als ihre Klassenkameraden, wie eine Studie nachgewiesen hat. Je mehr Stunden Kinder vor der Mattscheibe verbringen, umso stärker wird der Bewegungsdrang gehemmt. Eine Entwicklung, der es gegenzusteuern gilt – doch das ist nicht so einfach. Gerade Burschen sind besonders gefährdet, die neben dem Fernseher oft auch noch viel Zeit vor dem Computer verbringen.

Eine Verhaltensänderung herbeizuführen ist schwierig. Bei Kindern haben viele Gespräche Fernsehserien oder Computerspiele zum Thema; wer nicht zum Außenseiter werden will, muss mitreden können. Aber auch die Eltern selbst können ein Problem darstellen: vielfach werden Medien quasi als Babysitter benutzt. Darüber hinaus haben sie eine Vorbildwirkung auf die Kinder, die für deren Bewegungsdrang meist nicht förderlich ist: nach anstrengenden Arbeitstagen werden meist viele Stunden vor dem Fernseher verbracht und selbst kürzeste Wege werden mit dem Auto zurückgelegt.

Gefahrengebiet Straße

In unserer heutigen Welt werden Strecken zu anderen Orten wie z.B. Schule, Spielplatz oder Freunden in zunehmendem Ausmaß nicht mehr selbst zurückgelegt. Eltern fürchten, Kinder könnten Opfer eines Verbrechens werden – vor allem aber ist der stetig zunehmende Straßenverkehr im öffentlichen Raum ein Problem. Es erscheint zu riskant, Kinder zu Fuß oder mit dem Fahrrad selbst kurze Wege zurücklegen zu lassen. Teilweise muten Eltern ihren Kinder Wege aber auch aus übertriebener Fürsorge nicht zu, es wird als selbstverständlich betrachtet, sie mit dem Auto überall hin zu bringen, damit sie es bequem haben und sich nicht anstrengen müssen.

Die zunehmende Motorisierung der Gesellschaft führt aber auch dazu, dass Straßen kaum noch als Spielort genutzt werden können. Das ist auch abseits der Hauptverkehrsstraßen kaum noch möglich: auch parkende Autos sind Hindernisse, die die Spielflächen der Kinder einschränken, und aufgrund der Angst der Erwachsenen vor Beschädigung auch Konfliktpotenzial bergen.

Freude an der Bewegung wecken

Erste Schritte gegen die bedrohlichen gesundheitlichen Entwicklungen im Klassenzimmer wurden mit der Schaffung der Ausbildung zum „Kinder-Bewegungscoach“ unternommen. Damit soll den Schülern ab 2011 in Wien Sport schmackhaft gemacht werden. ÖÄK-Präsident Dorner geht das nicht weit genug: unabhängig von der Schulstufe solle die Anzahl der Sportstunden um mindestens vier pro Woche angehoben werden. Eine gewagte Forderung: so macht der Sportunterricht an höheren Schulen meist gerade einmal zwei Stunden pro Woche aus. Bei den Volksschulen wurde der Sportunterricht erst kürzlich dramatisch reduziert.

Ganztagsschulen als Chance

Ganztagsschulen könnten hier der ersehnten Lösung einen Schritt näher kommen; gerade am Nachmittag ließen sich bei diesem Schulkonzept Sportstunden leicht unterbringen. Auch eine Kooperation mit Sportvereinen oder Bewegungscoaches sei denkbar. Wichtig ist aber, überhaupt etwas zu unternehmen: denn schon eine halbe Stunde Bewegung pro Tag hat enorme positive Auswirkungen. Natürlich reicht es aber nicht, der Schule die alleinige Verantwortung für das Problem zuzuschieben; auch Eltern können einiges dafür tun, den Bewegungsdrang ihrer Sprösslinge zu fördern.

Das Auto in der Garage lassen

Obwohl in Schulen viel Potential für Verbesserung existiert, müssen vor allem auch die Eltern Verantwortung dabei übernehmen, den Bewegungsdrang ihrer Sprösslinge zu entfachen. Sie müssen ihre Vorbildwirkung wahrnehmen und ihre Freizeit bewegungsorientierter verbringen – das wirkt ansteckend auf ihre Kinder. Anstatt sie ständig von A nach B mit dem Auto zu kutschieren, sollten Eltern ihre Kinder dazu anhalten, angemessene Wege auch bei schlechtem Wetter zu Fuß oder mit dem Rad zurückzulegen.

Beinahe ebenso wichtig ist es, den Medienkonsum der Kinder zu lenken und einzuschränken. Vorteilhaft kann hierbei ein Absprechen mit den Eltern von Freunden sein. Auch Langeweile ist für Kinder eine wichtige Erfahrung – sie schafft den Antrieb für kreative Beschäftigung. Eltern sollten darauf bestehen, dass Kinder einen Teil ihrer Freizeit im Freien verbringen, und ihren Kindern auch erklären, warum dies wichtig ist. Auch bei der Wahl der Schule oder des Kindergartens sollten Eltern Augenmerk auf das Bewegungsangebot legen. Oft wird ein großes Freizeitangebot als Widerspruch zur Wissensvermittlung verstanden; das ist jedoch völlig falsch. Körperlich unausgelastete Kinder erbringen typischerweise schlechtere Leistungen als ihre aktiveren Klassenkameraden; darüber hinaus sorgt eine Befriedigung des Bewegungsdrangs für die Zufriedenheit der Kinder mit ihrer Schule, was sich wiederum positiv auf die Lernmotivation auswirkt.

Die Folgen des Bewegungsmangels von Kindern werden von vielen Eltern immer noch unterschätzt, können langfristig gesehen jedoch große Auswirkungen auf den Gesundheitszustand und das Wohlbefinden ihrer Kinder haben.

Selbst kleine Schritte in die richtige Richtung sind wertvoll, und auch Eltern können von ihnen profitieren – und sich vielleicht sogar ein wenig von der Bewegungsfreude ihrer Kinder anstecken lassen. 


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