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    14 Jahre, bald die Schulpflicht vollendet? Wie soll es weitergehen? Tipps zur Ausbildungs- und Berufsorientierung, Lerntipps,
    Gesundheitstipps für Jugendliche, Erziehungsfragen

Pubertät

– tiefgreifende Veränderungen im Gehirn

Sturm und Drang: Pubertät ist die Zeit, in der Eltern ihre Kinder oft nicht wiedererkennen. In dieser Zeit finden tiefgreifende Veränderungen statt.

Teenager und ihr rätselhaftes inneres Befinden. Die gute Nachricht: Der Spuk geht vorbei! Pubertät steht für Rebellion, Aggression, Depression. Und für Experiment, Mutprobe, Risikofreude. Die Betroffenen sind abwechselnd genervt, gelangweilt, gerädert. Deren Eltern über lange Strecken ratlos, unsicher, verzweifelt.

Sind die Kinder um die 12, 13 Jahre alt, sind sie nicht wiederzuerkennen. Plötzlich beherrschen Familienkrisen den Alltag. Die Heranwachsenden befinden sich in einer Ausnahmesituation. Schuld daran sind nicht nur die Hormone und das körperliche Wachstum, sondern ganz besonders die Veränderungen im Gehirn: „Das befindet sich in völligem Umbau. Netzwerke organisieren sich in der Adoleszenz neu. Diese Phase stellt einen entscheidenden Abschnitt in der Entwicklung dar und ist mit tief greifenden emotionalen und kognitiven Veränderungen verbunden“, sagt Psychologe Peter Uhlhaas, Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main. Die physiologischen Mechanismen waren bisher weitgehend unbekannt. In seiner aktuellen Studie kann der Hirnforscher nachweisen, dass sich die Funktionsweise des Gehirns im frühen Erwachsenenalter grundlegend verändert. Speziell zwischen 15 und 17.

Für das Verhalten der Jugendlichen, das oft von Exzessen, Alkohol- und Drogenmissbrauch, aber auch von Ratlosigkeit und Stimmungsschwankungen geprägt ist, gibt es damit eine biologische Erklärung. In ihrem Kopf geht einiges durcheinander. „Bei den Messungen der Gehirnströme hat sich gezeigt, dass die Netzwerke noch nicht synchron laufen. Die Schwingungsmuster, die wir untersucht haben, sind weniger geordnet und weniger stabil als bei Erwachsenen“, erklärt Uhlhaas im Gespräch mit dem KURIER. „Das Gehirn ist sehr verletzlich. Das zeigt sich auch im Auftreten von psychiatrischen Erkrankungen in dieser Altersspanne.“ Weil das Hirn einer offenen Baustelle gleicht, können auch Drogen einen besonders schädlichen Einfluss ausüben.

Vorsicht: Sucht!

Da der junge Organismus überaus empfindlich ist, sollte Alkoholkonsum nicht bagatellisiert werden. Je früher Jugendliche trinken, desto gefährdeter sind sie, süchtig zu werden.

In der Pubertät geht es um Loslösen und Loslassen. Trotzdem brauchen die Heranwachsenden mehr Halt denn je. Das Streben nach Selbstständigkeit und Autonomie bringt auch viel Unsicherheit und das Gefühl der Verlorenheit. Dazu kommen die enormen Stimmungsschwankungen. Die Eltern sind bei diesem Reifeprozess der Reibebaum. Die Jugendlichen brauchen gerade in dieser Zeit viel Zuwendung und Verbundenheit mit ihnen. Nur nicht aufgeben und dranbleiben, heißt es damit für Mama und Papa. Denn auch, wenn die Abgrenzungsbestrebungen noch so groß sind und der Teenager körperlich reif wirkt - erwachsen ist er noch lange nicht und benötigt das Gefühl von Sicherheit.

Wichtig ist, dass sich die Eltern nicht von ihrem Kind abgrenzen und ihm die Liebe entziehen, damit lässt man Pubertierende im Stich. Man muss ja nicht gleich jedes Wort auf die Goldwaage legen und beleidigt sein. Die Pubertät sollte unter dem Credo stehen: Wir Eltern sind immer für dich da. Wir lieben dich, auch wenn du es uns im Moment schwer machst. Das bedeutet aber nicht, dass sich Eltern alles gefallen lassen müssen. Es sollte ein respektvoller Grundumgang beibehalten werden und auf Augenhöhe kommuniziert werden. Trotzdem muss man klar machen, dass man gewisse Verhaltensweisen nicht akzeptiert. Ebenso müssen die Eltern auch die Privatsphäre der Teenager respektieren. Umgekehrt können sie verlangen, dass Vereinbarungen eingehalten werden.

Teenager wollen oft nicht und nicht aus dem Bett. Pubertierende sind oft chronisch übermüdet. Sie schlafen zu wenig. Deshalb sind sie unkonzentriert, hören nicht zu und vergessen viel. Dabei würden sie gerade jetzt mehr Schlaf brauchen. Auch das hängt mit der körperlichen Umstellung zusammen. Weil das Hormon Melatonin später ausgeschüttet wird, verschiebt sich die Schlafperiode, die Jugendlichen schlafen später ein. Das verringert ihr Pensum. Auch ihre Freizeit ist anstrengend. Handy, Internet, virtueller und realer Freundeskreis. Einerseits im eigenen Zimmer verbarrikadieren, andererseits ausgehen, Kontakte knüpfen, Anerkennung suchen. Viele Teenies wollen überall dabei sein - und erleben wenig. Denn während sie an einem Ort sind, reden sie kaum mit jemanden, weil sie ständig am Handy hängen und den nächsten Termin checken. Es läuft alles parallel. Mit hoher Geschwindigkeit und relativ wenig Intensität. Das ist gesellschaftlich bedingt, denn Leistungs- und Lebenstempo steigen ständig. Die Kinder spiegeln hier das Verhalten Erwachsener wider.

Vorsicht: Leichtsinn

Begleitet werden Teenager oft von jugendlichem Leichtsinn und der Lust auf Nervenkitzel. Der Gehirnforscher kann auch erklären, warum das so ist. Es sind Verhaltensweisen, die mit dem Botenstoff Dopamin zusammenhängen. Er spielt im körpereigenen Belohnungssystem eine Rolle und muss erst heranreifen. „Es kommt zu starken Schwankungen. Dopaminrezeptoren werden auf- und wieder abgebaut“ , sagt Psychologe Peter Uhlhaas. „Deshalb brauchen die jungen Menschen einen größeren Kick, um ihr Belohnungssystem und damit die Dopaminausschüttung zu aktivieren.“ Aber auch das ist nur vorübergehend. Ein wichtiges und tröstendes Wort für alle Beteiligten am Pubertätsgeschehen.  

Quelle: Ingrid Edelbacher, Kurier


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