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    14 Jahre, bald die Schulpflicht vollendet? Wie soll es weitergehen? Tipps zur Ausbildungs- und Berufsorientierung, Lerntipps,
    Gesundheitstipps für Jugendliche, Erziehungsfragen

Aufklärung ohne Erklärung

Die Jugendlichen von heute werden viel früher mit Sexualität konfrontiert als die Generation vor ihnen. Waren es vor 20 Jahren noch verstohlene Blicke in Magazine wie „Bravo“, so haben die Kids von heute Zugang zu harten Pornos – dem Internet sei „Dank“.

Immer öfter findet man auf den Handys von unter 10-Jährigen pornografisches Material und viele der cleveren Kids wissen längst, wie sie die Jugendfilter am heimischen PC umgehen können – sofern die Eltern überhaupt welche eingerichtet haben. Wichtig für die Eltern ist hierbei, „am Ball zu bleiben“: Eine Überwachung der Kinder ist kontraproduktiv, aber gleichzeitig sollten auch verräterische Zeichen wie sich plötzlich schließende Browserfenster beim Betreten des Computerzimmers oder die plötzliche Weigerung, die Fotos auf dem eigenen Handy herzuzeigen, ernst genommen werden.

Bestätigt sich der Verdacht, so sollte das Gespräch gesucht werden, um ein klares Bild der Thematik schaffen zu können. Eine „Kriminalisierung“ der Handlungen durch Strafen oder dergleichen ist nicht sinnvoll. Dadurch schottet sich das Kind lediglich ab – und ist beim nächsten Mal bei der verbotenen Handlung vorsichtiger.

Schlechte Vorbilder

Egal, ob Neugier, Gruppenzwang oder schlicht Zufall dazu geführt hat, dass das Kind mit pornografischen Inhalten in Kontakt gekommen ist: Das Hauptproblem sind die dabei vermittelten fragwürdigen Stereotypen. Gerade junge Burschen bekommen ein völlig falsches Bild von Intimität und Sexualität vermittelt, das sich rein auf den Sexualakt bezieht. Es entstehen unrealistische Erwartungen, sowohl an Frauen als auch an sich selbst.

Scheinwelten

Die besondere Intimität des Themas ist Kindern durchaus bewusst und teilweise auch ein zusätzlicher Anreiz, die Inhalte überhaupt zu konsumieren. Jugendliche, die meinen, sich bereits mit Sexualität auszukennen, propagieren stolz einen scheinbaren Reifheitsvorsprung gegenüber ihren Altersgenossen. Umso wichtiger ist es für Eltern, das Thema zu „entzaubern“ und den Kindern bewusst zu machen, dass es sich bei den pornografischen Inhalten keinesfalls um Wiedergaben der Realität handelt.

Ein simpler Vergleich ist jener mit den Produkten aus Hollywood: So wie ein normaler Polizist nicht von Gebäuden springen kann wie seine Leinwandkollegen, so hat normale Sexualität auch nichts mit den Vorgängen in Pornofilmen zu tun. Das Kind darf dabei nicht das Gefühl haben, ihm wäre Wissen vorenthalten worden, weil es zu jung oder zu dumm ist: Eine bessere Erklärung wäre beispielsweise, dass die Eltern keinen Grund gesehen haben, es mit derartigen Dingen zu konfrontieren, solange es sich nicht für das andere Geschlecht interessiert.

Kaum Langzeiterfahrungen

Eine klare Aussage, wie sich der frühe Kontakt mit Pornographie auf die Sexualentwicklung der Kinder auswirkt, ist schwer zu treffen. Klar ist, dass die heutige Zeit in einem krassen Gegensatz zur früheren Sexualerziehung steht, in der der erste Kontakt mit der Materie meist über den Biologieunterricht in der Schule stattfand.

Trotz der Fokussierung auf reine biologische Funktionen bzw. Krankheiten kann wohl behauptet werden, dass es auch diese Generation geschafft hat, eine normale Sexualität zu entwickeln.

Kampf dem Schund

Dass der Biologieunterricht mit dem Klassenlehrer und einem tuschelnden Rudel Kinder, die meinen ohnehin alles besser zu wissen, kaum gegen die bunte Welt aus dem Internet ankommen kann, ist klar. Auch für Eltern ist es nicht immer leicht, das heikle Thema anzuschneiden. Daher haben die Wiener Gebietskrankenkassen ein Projekt initiiert, das Mädchen und Burschen einen neuen Zugang bieten möchte.

Die „First Love Ambulanz“ will versuchen, in vorerst vier Ambulanzen eine fundierte sexuelle Aufklärung zu bieten. Mädchen haben dort auch die Möglichkeit zu einer gynäkologischen Untersuchung. Allerdings kommen derartige Angebote gerade bei Burschen meist schlechter an; das Suchen nach Rat und Hilfe passt nicht in das weit verbreitete Konzept von Männlichkeit.

Gerade bei Eltern gilt daher das Gebot, mit dem Thema behutsam, gleichzeitig aber nicht übervorsichtig vorzugehen.

Im Zweifelsfall gilt: Auch wenn die Kinder darüber stöhnen, wie „peinlich“ Mama und Papa dabei vorgehen, ihnen wichtiges Wissen über das Thema zu vermitteln, so ist das immer noch besser, als ihre einzige Informationsquelle die Welt der Pornografie ist. 


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