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Verwöhnte Kinder?

Warum Eltern kein schlechtes Gewissen haben müssen, wenn sie ihre Kinder fordern.

Es ist offiziell: Nicht nur bei den überfürsorglichen Großeltern werden Kinder behandelt wie kleine Könige. Tatsächlich zählen Meinungsverschiedenheiten darüber, wie sehr oder wenig der Nachwuchs verwöhnt werden sollte, zu den häufigsten Streitthemen in Erziehungsbelangen.

Ja zum Nein!

Noch etwas länger fernsehen, noch ein Schokoladenriegel, noch einmal das Lieblingsspielzeug nachtragen: Oft fällt es Mama und Papa schwer, bei ihren Kindern auch mal „Nein“ zu sagen. Doch Vorsicht: Genau genommen ist Verwöhnen auch eine Form der Vernachlässigung. Es steht für „Unterforderung“ und das Fehlen von kritischer Auseinandersetzung. Bekommt das Kind jedes Spielzeug geschenkt, das es sich wünscht, wird es rasch die Wertschätzung verlieren für das, was es bereits hat – oft entsteht auch ein Drang, einfach immer mehr besitzen zu wollen, selbst wenn man es gar nicht brauchen sollte. Denn wozu sich Gedanken darüber machen, wenn man ohnehin alles haben kann? Charakteristisch für übertriebenes Verwöhnen ist, wenn Eltern damit Konflikten mit ihren Kindern aus dem Weg gehen. Dabei ist es überaus wichtig, sich kleinen und größeren Streitereien zu stellen: Nur dadurch können Kinder ihre eigenen Grenzen ausloten und den Wert von Verzicht und Kompromiss lernen. Außerdem bedeuten Forderungen immer auch Verantwortung – und Kinder sehnen sich danach, ernst genommen und gebraucht zu werden.

Alles Eigennutz?

Oft ist das Verwöhnen des Kindes nur ein Vorwand der Eltern, um ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. So werden auch ältere Kinder überall mit dem Auto „hin kutschiert“, obwohl sie längst selbstständig zu den Freunden oder in die Schule gehen könnten – Eltern wollen die Kids so vor den Gefahren des Straßenverkehrs bewahren, stattdessen werden diese dadurch aber unvorsichtig und faul. Das Zusammenräumen der Spielsachen wird von den Eltern übernommen, um Konflikten aus dem Weg zu gehen – Kinder ziehen daraus nach und nach den Schluss, dass sie sich über die Folgen ihrer Handlungen nur wenig Sorgen machen müssen, da sich darum ohnehin jemand anders kümmert.

Diese Bevormundung führt früher oder später zu Enttäuschung. Bernhard hat stets von seiner Mutter die Schuhbänder gebunden bekommen: Sie ist immer in Eile, und er selbst hätte sehr lange dafür gebraucht. Nachdem er in seiner Klasse der Einzige war, der sich nicht selbst die Schuhe binden konnte, wurde er von den anderen Kindern verspottet. Christina reagiert traurig und wütend, als ihre Mutter lobend erzählt, wie die Nachbarstochter fleißig im Haushalt mithilft. Kein Wunder – schließlich hat sie von klein auf Wertschätzung für ihre Leistungen erfahren, auch als sie noch keine große Hilfe war. Dass Christina nun scheinbar ungeschickt ist, ist nicht ihre Schuld – sondern das Resultat ihrer Erziehung.

Fordern und fördern

Auch wenn Kindern selbstverständlich viel Freiraum eingeräumt werden sollte, um sich auszutoben, so ist es doch wichtig, Anforderungen an sie zu stellen. Dabei sollte man klein anfangen, z.B. indem das Durchführen einer ganz bestimmten Tätigkeit im Haushalt verlangt wird. Wichtig ist, dass es sich dabei um keine Bitte handelt, sondern um eine Pflicht. Dadurch kann das Kind den Wert seiner Leistungen begreifen lernen. Geht einmal etwas schief, sollten Eltern einen neuen Versuch ermutigen, aber nicht mit unnötiger Hilfe eingreifen. Auch hier ist Konsequenz gefragt: Erst wenn die Aufgabe erfüllt ist, kommt eine Neue hinzu. Je selbstständiger das Kind das gesteckte Ziel erreicht, umso motivierter wird es dabei sein, das auch in Zukunft zu schaffen. So wird das Kind im Lauf der Zeit immer mehr Handlungen eigenständig vollbringen können.

Die wichtigste Regel beim Anti-Verwöhnprogramm ist, keine unnötige Hilfe zu leisten und Leistungen des Kindes zu erkennen und zu loben. Wichtig ist es, zu fordern – aber dabei nicht die Grenze zur Überforderung zu überschreiten. Oftmals fällt es Eltern schwer, dem scheinbar noch so hilflosen Nachwuchs Leistungen abzuverlangen.

Allerdings tun sie ihren Kindern damit etwas Gutes. Schließlich sind Kinder auf Mama und Papa voll und ganz angewiesen: Das Gefühl, selbst auch etwas beitragen zu können und gebraucht zu werden, ist ein weitaus wertvolleres Geschenk als jedes Verwöhnen. 

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